Es gibt eigentlich nicht nur eine Provence… denn allzu oft spricht man auch von der Provence des Festlands und des Meers. Von der Côte d’Azur und den bekannten Felsenküsten Calanques, über die naturbelassene Camarque, bis in das Rhônetal hinein, gibt es in dieser atemberaubenden Region mehr als genug zu entdecken.

Wer hier Urlaub macht, hat die Qual der Wahl, oder freut sich darüber, dass auch mehrere Besuche in der Provence niemals langweilig sein werden. Wir zeigen Euch 10 ausgewählte Orte, die auf der To-do-Liste nicht fehlen sollten.

1. Marseille, Cassis und die berühmte Felsenküste

Calanques Felsenküste Marseille
Calanques Felsenküste Marseille – Credit rauschenberger

Gibt es ein Paradis auf Erden? Manche meinen, die Calanques gehören zu den Orten von unvergleichlicher Schönheit, die einmalig sind. Unsere Reise in der, Provence startet hier und führt uns die etwa zwanzig Kilometer lange Felsenküste entlang, zwischen Marseille und Cassis. Hier empfehlen wir beides, eine Entdeckungstour vom Land und Meer aus, mit Boot und über die verschiedenen Wanderwege. Azurblaues Meer, bezaubernde Kieselstrände und einmalige Biodiversität… schwer hier nicht ins Staunen zu kommen.

Und wer schon in der Gegend ist, sollte auch der kosmopolitischen Stadt Marseille einen Besuch abstatten. Ein maritimer und lebendiger Hotspot, wo es außer dem alten Hafen „Vieux Port“ und der auf der Anhöhe liegenden Wallfahrtskirche „Notre Dame de la Garde“, so einiges zu sehen gibt.

2. Die Lavendel-Route der Provence

Provence Lavendelfelder
Lavendelfelder Provence – Credit TanyaKurt

Es ist wahrscheinlich das absolute Highlight bei einem Besuch in der Provence. Wer mit offenem Fenster in der Blütezeit des Lavendels durch die Region fährt, dem wird der sanfte Duft zum Träumen bringen. Vorausgesetzt man mag Lavendel 😉 . Um die Gegend auszukundschaften, werden drei Etappen empfohlen: das mittelalterliche Dorf von Simiane-la Rotonde, das kleine Dorf Sault, sowie das Kloster von Ganagobie. Auf der sogenannte Lavendel-Route kommt man an den sanft lilafarbenen Lavendelfeldern vorbei, wobei der Fotoapparat bereit liegen sollte. Rund 100 km Straßen und Wege lassen einen in die typisch provencalische Natur eintauchen.


La Provence dissimule ses mystères derrière leur évidence.

Die Provence verbirgt ihre Geheimnisse hinter deren Offensichtlichkeit.

Jean Giono


3. Parc naturel régional de Camarque

Wildpferde Camarque
Wildpferde in der Camarque – Credit Pfüderi

Die Camarque ist wohl jedem Frankreich-Fan ein Begriff. Der Naturpark, welcher zum Kulturerbe zählt, befindet sich im Rhône-Delta, nur zwei Schritte vom Mittelmeer entfernt. Über 6000 Hektar Naturfläche laden ein zum Wandern und bestaunen der typisch weißen Wildpferde der Camarque, sowie den zahlreichen Stieren, die dort gezüchtet werden. Die Letzteren werden übrigens eingesetzt bei den traditionellen Stier-Rennen, der Course Camarquaise. Bei den Züchtern, bzw. „Gardians“, spricht man oft von den Cowboys der Camarque, was unter anderem auf den Kleiderstil zurückzuführen ist.

Wer genauere Einblicke erhalten möchte über Flora und Fauna, kann mit einem Guide die Region erkunden. Besonders typisch sind auch die rosafarbenen Flamingos, die in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten sind.

4. Die mittelalterlichen Burgen der Provence

Château de Lourmarin – Credit Lincey12

Fans von Burgen und Festungsanlagen kommen in der Provence nicht zu kurz. Auch wenn heute nur noch eine Handvoll übrig ist, lohnt es sich allemal, einen Abstecher zu einer der Burganlagen in meist idyllischer Umgebung zu machen. Im Luberon, inmitten von Weinbergen, Olivenhainen und putzigen Dörfern, die teilweise zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehören (Plus beaux villages de France), können die mittelalterlichen Hot-Spots nur schwer übersehen werden.

Die bekanntesten Adressen sind: Le château de Lacoste, le château de la Tour d’Aigues, le château d’Ansouis und le château de Lourmarin.

5. Wasserfälle und Natur pur

Wasserfall von Sillans-la-Cascade
Sillans-la-Cascade – Credit Paul Keller

Grüne Oasen und erfrischende Wasserfälle kannst du zum Beispiel in der Nähe von Brignoles und Saint-Maximin-la-Sainte-Baume finden. Bei einem erfrischenden Spaziergang am Wasser entlang, oder mit dem Kanu, können Naturliebhaber Aktivität und Erholung verbinden. Zu besichtigen: die 28 Fontänen von Barjols, die Muschel-Kapelle des Klosters der Carmes, das Bergdorf Cotignac… und natürlich einer der schönsten Wasserfälle Frankreichs: Sillans-la-Cascade. Ganze 44 Meter hoch und mit einem paradiesischen Becken, welches das Herz jedes Badefreunds höher schlagen lässt.

6. Ein Spaziergang durch die Mittelmeerstadt Nizza

Nizza by night
Nizza Strandpromenade – Credit pierre9x6

Die inoffizielle Hauptstadt der Côte d’Azur ist lebendig und vielseitig. Wer neben Natur auch nach kulturellem Angebot Ausschau hält und zwischen Palmen am Meer spazieren gehen möchte, ist in Nizza am richtigen Ort. Kleine bezaubernde Gassen im historischen Teil der Stadt, die typischen Märkte, der Karneval und die berühmte „Promenade des Anglais“… nur einige Beispiele, die einem zu verstehen geben, warum ein Stopp sich lohnt. Wir empfehlen: Ein leckerer Aperitif am Meer mit Sonnenuntergang! Wo? Im Restaurant Plage Beau Rivage, eine Institution in Nizza und das einzige Strand-Restaurant das ganzjährig geöffnet ist. Etwas Luxus kann man sich schon mal gönnen. La vie est belle, non ?

7. Die antike Stadt Arles mit beeindruckendem Amphitheater

Amphitheater von Arles
Amphitheater Arles – Credit snail-makes-art

Arles ist nicht jedem ein Begriff, wobei es viele Gründe gibt, der Stadt einen Besuch abzustatten. Das sogenannte Zentrum der Camarque liegt an der Rhône hat einen ganz besonderen Charme, aufgrund des südländischen Flairs und der antiken Prägung. Als herausragendes Monument gibt es dort natürlich die berühmte Arena (Amphitheater von Arles) zu sehen, welche zum UNESCO Weltkulturerbe zählt und an das Kolosseum in Rom erinnert. Dazu gibt es im Antiken Theater der Stadt im Sommer zahlreiche Aufführungen, die durch die einmalige Location großen Andrang findet.

Aber auch Kunstliebhaber kommen in Arles auf Ihre Kosten. Van Gogh hat die Stadt mit seinem Gemälde „Café-Terrasse am Abend“ berühmt gemacht und Picasso schenkte dem Réattu-Museum 57 Zeichnungen. Fans von zeitgenössischer Kunst sollten die jährlichen „Fotobegegnungen“ nicht versäumen, ein Ausstellung von internationalen Fotoarbeiten verteilt in der ganzen Stadt, die wohl jeden zum Staunen bringen.

8. Cézanne und Matisse – Die Dörfer der Malerkünstler

Collioure Gassen
Künstlerstadt Collioure – Copyright Lebeninfrankreich.info

Bekannterweise hat der Süden Frankreichs viele Künstler angezogen, die sich vom mediterranen Flair begeistern ließen. Cézanne hob oft das einmalige „Licht der Provence“ hervor und fühlte sich seiner Geburtsregion sehr verbunden. Der Autodidakt kreierte mehr als 900 Gemälde und 400 Aquarelle. Das Atelier von Cézanne kann in Aix-en-Provence besichtigt werden und bietet einen Einblick in die Kreationsstätte des Künstler-Genies.

Auch Henri Matisse und André Derain gehören auf die Liste der Künstler, die in Südfrankreich Inspiration suchten. Matisse hat in dem charmanten Hafenstädtchen Collioure im Sommer 1905 sein „Chevalet“ installiert und mitunter zu einer neuen (damals gewagten) Stilrichtung, dem Fauvismus, beigetragen.

9. Le pont du Gard – eine ganz besondere Brücke

Le Pont du Gard in der Provence
Pont du Gard – Credit Sloopng

Bekannt durch die einmalige Architektur, den geschichtlichen Hintergrund, sowie die wichtige Rolle der Brücke, ist der Pont du Gard heute eines der meist-besichtigten Monumente in Frankreich. Jährlich bestaunen rund 1,5 Millionen Menschen die bekannten römischen Überreste des Aquädukt mit beeindruckender Höhe. Bemerkenswert ist der gut erhaltene Zustand der Brücke aus der Römerzeit, welche mit ihren Wasserkanälen eine wichtige Rolle spielte. Unser Tipp: Es existiert ein Rundweg unterhalb der Brücke, der über 1,4 km die Geschichte der mediterranen Landschaft näher bringt.

10. Die Verdon-Schlucht – Der größte Canyon Europas!

Les Gorges du Verdon – Credit MissEjB

Du suchst nach atemberaubenden Landschaften und spektakulären Aussichten? Dann bist du hier richtig. Das letzte vorgestellte Highlight der Provence ist für mich persönlich ein Must-See und sollte auf keinen Fall auf der Südfrankreich-Liste fehlen. Es gibt an dieser Stelle eigentlich nicht sehr viel mehr zu sagen, man muss es einfach sehen. Ob beim Wandern, Klettern, oder Wildwasser-Rafting, eine Sache ist sicher: Man fühlt sich auf einmal sehr klein, im Angesicht der ungeheuren Größe der Schluchten.

Ein paar Zahlen:

  • Länge: 50 km zwischen Le point sublime und le pont de Galetas
  • Höhe: Bis zu 700 Meter
  • Breite: Zwischen 6 und 100 Meter
  • Zentraler Punkt: La Palud-sur-Verdon

Unser Tipp: Entdecke die Schluchten mit einem Elektro-Bike über die Route des Crêtes. Umweltfreundlich und weniger stressig, als mit dem Auto, wo ständig ein freier Platz bei den Aussichtspunkten gesucht werden muss. Viel Spaß!


Und was sind deine Lieblingsorte in der Provence? Erzähle uns mehr davon im Kommentarfeld! 🙂

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