Wer an den Impressionismus denkt, dem kommt gleich Monet in den Kopf. Der Begriff hängt unmittelbar mit dem berühmten Künstler des 19. Jahrhunderts zusammen. Der Impressionismus also Stilrichtung war eine Revolution im damals eher konservativen Milieu der bildenden Kunst. Doch wie entstand die Bewegung und welche Rolle spielte Claude Monet bei der Entwicklung dieses neuen Kunststils, welcher noch heute weltweit Begeisterung auslöst? Eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und zahlreiche Hintergrundinformationen findet ihr in diesem Artikel.

Wie entstand der Impressionismus?

Die Bewegung des Impressionismus fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich statt. Der Künstler Claude Monet wird oft auch als der Gründervater diesen neuen Kunststils angesehen, welcher schnell zu einer regelrechten Revolution wurde, im damals eher konservativ geprägten Milieu der bildenden Kunst.

Der Begriff „Impressionismus“ (frz. Impressionnisme) ist abgeleitet von einem Gemälde von Claude Monet (1840-1926): Impression, soleil levant (im Jahre 1872 entstanden). Das nicht sonderlich große Gemälde (48×63 cm) wird als ausschlagendes Element bezeichnet und etabliert eine neue Stilrichtung in der Kunstgeschichte.

Impression, soleil levant - Claude Monet 1872
Impression, soleil levant (1872) – Ausgestellt im Museum Marmottan (Paris)

Auf dem Gemälde ist die reflektierende Sonne in einem Fluss oder im Meer dargestellt, nicht eindeutig erkennbar. Im Hintergund sind Rauchschwarten zu sehen, welche, so scheint es, von Fabrikschornsteinen ausgestoßen werden.
Die Tatsache, dass das Gemälde nicht dem „Realismus“ oder der abstrakten Kunst zugeordnet werden kann, provozierte damals rege Diskussionen. Dies führte zu der Geburt eines neuen Kunststils, wobei ein konkretes Thema anders dargestellt wird, als wie bisher von klassischen Malern.

Der Begriff Impressionismus wurde anfänglich verwendet, um Monet und seine Kollegen zu kritisieren, doch der Name wurde schließlich bewusst übernommen von der neuen Künstlerbewegung und verlor negative Assoziationen.

Le salon de Paris und die Geburtsstunde der Impressionisten

Auslöser der Impressionisten-Bewegung war die Pariser Prestige-Ausstellung „Le salon de Paris“. Für unabhängige Künstler war es zu damaliger Zeit schwierig sich einen Namen zu machen und die eigenen Gemälde einer breiten Masse zu präsentieren. Ab 1863 fand die Pariser Ausstellung im jährlichen Zyklus statt, mit einer hochrangigen Jury, zusammengesetzt aus Mitgliedern der „Académie des Beaux Arts“, sowie Preisträgern von vorherigen Veranstaltungen. Hierbei waren die Auswahlkriterien sehr strikt und im Jahr 1863 allein wurden 4000 von den 5000 Kunstgemälden abgelehnt. Als Reaktion auf die lauter werdende Kritik wurde von Napoléon III die Parallelausstellung, der „salon des réfusés“ (Ausstellung der Zurückgewiesenen), ins Leben gerufen. Hier wurde die Möglichkeit gegeben, die zahlreichen abgelehnten Werke doch dem Publikum zur Schau zu stellen.

Die Zeit war keine einfache für Monet und seine Freunde Sisley, Renoir, Bazielle… auch wenn Anfangs Erfolge erzielt werden konnten und auch Monet am Salon de Paris teilnehmen durfte, gab es daraufhin unzählige Absagen.

Arm aber glücklich – Das Leben des Künstlers Monet

Mohnfeld - Claude Monet 1881

Die Suche nach Inspiration und einem eigenen Stil begleiteten diese Periode der „Auf und Ab“, wobei unter den Künstlern echte Freundschaften entstanden. Viele Maler, sowie auch Monet, hatten finanzielle Schwierigkeiten und erfuhren Zeiten der bitteren Armut. Bazille unterstützte Monet und ermöglichte ihm dadurch, seine Leidenschaft fortzuführen und sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Im Jahr 1870 heiratet Claude Monet Camille Doncieux, welche im zwei Söhne schenkt. Sie ist das Lieblingsmodell ihres Mannes und ist auf zahlreichen bekannten Gemälden zu sehen: la japonaise, les prommeneurs, femmes au jardin…

Ein entscheidender Moment in Monet’s Karriere ist das Kennenlernen mit dem Kunsthändler Paul Durand-Ruel in London, welcher an die neue Bewegung glaubt und dabei hilft, die Impressionisten-Werke auf den Markt zu bringen. In den folgenden Jahren kreiert Monet viele seiner bekanntesten Gemälde, doch die Anerkennung fehlte damals noch und so war er sogar gezwungen umzuziehen, um auf dem Land eine günstigere Bleibe zu finden.

Haus und Garten von Claude Monet in Giverny

Der Wendepunkt kommt schließlich Ende 1880. Monet wohnt inzwischen in einem Dorf namens Giverny in der Normandie, wo er auch bis zum Ende seines Lebens lebt. Hier holt er sich seine tägliche Inspiration aus der Natur und sagt eines Tages:

Je veux peindre l’air dans lequel se trouve le pont, la maison, le bateau. La beauté de l’air où ils sont, et ce n’est rien d’autre que l’impossible.

Seine Werke ziehen immer mehr Blicke auf sich, der Erfolg beschert ihm Ruhm und finanziellen Komfort. Dadurch ist er auch in der Lage das angemietete Haus in Giverny mit angrenzenden Gärten käuflich zu erstehen. Ein Traum geht in Erfüllung, für einen „Kunstrebellen“, der sein Leben lang für seine Überzeugungen gekämpft hatte und nun die Früchte seiner Arbeit ernten konnte. Einige seiner Maler-Kollegen hatten übrigens nicht dieses Glück und erlangten manchmal erst nach ihrem Tod den erhofften Bekanntheitsgrad.

Virtuelle Tour durch das Haus von Claude Monet:

https://fondation-monet.com/visite-virtuelle/

Die Fondation Monet

Michel, der einzige damals noch lebende Sohn von Claude Monet interessiert sich nach dem Tod seines Vaters nicht für das Anwesen in Giverny. Blanche Monet Hoschedé, die Frau des ältesten Sohns von Monet, übernimmt daraufhin die Verantwortung und kümmert sich, gemeinsam mit dem Chef-Gärtner, um Haus und Garten. Nach ihrem Ableben und dem tödlichen Autounfall von Michel im Jahr 1966, geht das Erbe laut Testament an die Akademie der schönen Künste. Doch die finanziellen Mittel sind begrenzt und reichen nicht aus, um die inzwischen notwendigen Reparaturarbeiten am Anwesen durchzuführen. Die Rettung erfolgt schließlich durch Gerald Van der Kemp, welcher als Kurator bereits wichtige Restaurationsarbeiten im Schloss von Versailles realisiert hatte. Er und seine Frau starteten einen Spendenaufruf, welcher ein großer Erfolg sein sollte. Ein Großteil der Unterstützung kam von Mäzenen aus den USA.

Der große Erfolg der Fondation Claude Monet

Nach drei Jahren wichtiger Restaurationsarbeiten im Haus, Atelier und am Mobiliar, erstrahlt das Anwesen in altem Glanz. Auch der Garten wird auf Vordermann gebracht, wobei größten Wert darauf gelegt wird, Claude Monet’s damalige Pläne zu respektieren und seine Lieblingsblumen zu pflanzen.

Im Jahre 1980 wird die Fondation Claude Monet gegründet und am 1. Juni werden die Türen für Besucher geöffnet. Der Erfolg bleibt nicht aus. Sehr schnell kommen immer mehr Menschen aus aller Welt nach Giverny, um Haus und Garten von Monet zu besichtigen. Nach dem Mont Saint Michel handelt es sich um den populärsten Touristenort in der Normandie, mit mehr als 500 000 Besuchern pro Jahr.

Das Anwesen und der bezaubernde Garten von Claude Monet können vom 1. April bis 1. November besichtigt werden. Die beeindruckende Atmosphäre vor Ort wird von vielen hervorgehoben, die das Anwesen des Künstlers besuchen.

Internetseite der Fondation Monet:

http://fondation-monet.com/en/

Bekannte Werke von Claude Monet

– Impression, Sunrise 1872

– Woman With a Parasol 1875

– Water Lilies (Nympheas) 1896-1926

– Rouen Cathedral Series 1892-1893

– Poplar Series 1891

– Camille or The Woman In The Green Dress 1866

– Haystacks Series 1890-1991

– Houses of Parliament Series 1900-1905

– San Giorgio Maggiore At Dusk 1908-1912

– Bain À La Grenouillère 1869

C’est un métier que j’ai appris dans ma jeunesse… quand j’étais malheureux… Je dois peut-être aux fleurs d’avoir été peintre.

Claude Monet

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