FRANKREICH – C’EST LA VIE…

Leben in Frankreich

Lustige Anekdoten und wahre Alltagsgeschichten: Frankreich pur und ohne Filter! 😉

 

WUSSTEN SIE DAS ? Frankreich hat eigene Regeln…

Ohne zu weit in die Klischeekiste greifen zu wollen, aber in Frankreich lĂ€uft so einiges anders als sonst irgendwo in der Welt. Denn was in vielen LĂ€ndern gleich gehandhabt wird, gilt noch lange nicht in Frankreich. Hier ein paar amĂŒsante Beispiele, die dem einen oder anderen vielleicht schon zu Ohren gekommen sind:

 

  • Kino: Wussten Sie, dass in Frankreich so manche Filmtitel einfach umgetauft werden? Ein Beispiel :
    • Der Film « Hangover » (2009) wurde zu « Very bad trip », da die meisten Franzosen mit dem eigentlichen Titel nichts anzufangen wĂŒssten. Mehr zu Filmtiteln in Frankreich gibt es hier.
  • Autofahren: In Frankreich wird gewöhnlich im Inneren eines Kreisels geblinkt. Das heisst, man setzt den Blinker um zu signalisieren, dass man im Kreisel bleibt. Beim Herausfahren wird der Blinker natĂŒrlich auch betĂ€tigt. Auch beim Überholen wird hĂ€ufig wĂ€hrend des ganzen Überholvorgangs geblinkt.
  • Radio: In Frankreich existiert ein Gesetz, welches Radiosender dazu verpflichtet französische Musiktitel zu spielen. Mindestens 40 % der Musik muss demnach in französischer Sprache sein.
  • Bekanntlich haben Franzosen es nicht so mit der englischen Sprache. Aber werden deswegen aus Protest neue Wörter erfunden? 🙂
    • Aus Walkie-Talkie wird „le talkie-walkie“
    • Beim Tennis wird Grand Slam zu „Grand Chelem“
    • Aus Marshmallow wird umganssprachlich „Chamallow“

Das amĂŒsante dabei ist, dass die meisten Franzosen davon ĂŒberzeugt sind, dass die eigenen Bezeichnungen, aber auch Regeln und Vorgehensweisen ĂŒberall in der Welt genauso gelten. Wer also « Grand Slam » sagt, wird oftmals lĂ€chelnd angeschaut und auch gleich korrigiert : Ach, du meinst « Grand Chelem » !! 😉

 

Man kann sich vielleicht vorstellen, was dies fĂŒr einen AuslĂ€nder in Frankreich bedeutet, auch weil dieser stĂ€ndig mit all diesen zusĂ€tzlichen Variablen „jonglieren“ muss.

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Die nachstehenden erlebten Beispiele zeigen, was es bedeuten kann in einem anderem kulturellen Kontext zu leben, wobei die eigenen Gewohnheiten und Denkschemata manchmal ganz schön durcheinandergebracht werden können…

Bereit?  Hier geht’s los:

 

Wenn alles paradoxal erscheint…

Region Paris : Auf dem Bahnhofs-Parkplatz steht seit mehreren Monaten ein abgestelltes Auto (Reifen zerstochen und Scheibe kaputt) und wie so oft leider, scheint es niemanden zu kĂŒmmern. Beim Anruf bei der Polizei heisst es: „Nein, da können wir nichts machen, da fĂŒr diese Seite des Parkplatzes die französische Eisenbahn SNCF zustĂ€ndig ist.“ Hmm…ok, fĂŒr die eine Parkplatz-HĂ€lfte wo das Auto steht ist also nicht die Polizei zustĂ€ndig. Hört sich ja abenteuerlich an. Eine Mail an die SNCF soll die Sache klĂ€ren, damit das Auto endlich abgeschleppt wird, bevor es noch mehr verwĂŒstet oder vielleicht sogar in Brand gesteckt wird (wer weiss, in Zeiten der Gelbwesten-Bewegung). Einige Tage spĂ€ter liegt die RĂŒckantwort der Eisenbahngesellschaft im Postfach : „Monsieur, die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr den Parkplatz liegt bei der Polizei, bitte wenden Sie sich an diese„.

 

Was soll man sagen…

Oh no


 

Wichtige E-Mail der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF !

SNCF TGV FrankreichKurz vor meiner Reise in die Bretagne erhalte ich eine E-Mail der SNCF welche ĂŒber die schwierigen WitterungsverhĂ€ltnisse informiert:  „Aufgrund von BlĂ€ttern auf den Gleisen wird der heutige Zugverkehr erheblich verspĂ€tet sein, wir danken fĂŒr Ihr VerstĂ€ndnis“.

😀 (Keine weiteren Kommentare)


 

Die französische Autowerkstatt – Ohlala!

So ein Mist, schon wieder die kleine orangene Warnleuchte ! Ein Termin ist schnell ausgemacht bei der nĂ€chsten Werkstatt. Als das Auto abgegeben wird, um die Sache zu kontrollieren, bin ich guten Mutes und zwei Tage spĂ€ter kommt der Anruf: „das Problem sei behoben“. In den Tagen darauf leuchtet die Warnleuchte in der Tat nicht mehr auf, nur irgendwas stimmt nicht… Beim nĂ€heren Hinschauen traut man seinen Augen nicht! Die Stelle wo sich die Kontrollleuchte befindet, wurde einfach mit einem schwarzen Klebeband ĂŒberklebt! Klar war das Licht so nicht mehr zu sehen… Als der Garagenbetreiber darauf angesprochen wird Ă€rgert der sich sichtlich, ertappt worden zu sein. Er verspricht, die Sache diesmal zu regeln (und das hoffe ich auch schwer!). Und tatsĂ€chlich, diesmal scheint die Lampe wirklich nicht mehr zu leuchten. Misstrauisch geworden, entscheide ich das Auto in eine andere Werkstatt zu bringen und dort wird festgestellt, dass die Kontrollleuchte nicht etwa erloschen ist… Die Leuchte wurde einfach von „innen“ mit Klebeband verdeckt. Fast unmöglich zu erkennen, ohne mehrere Teile auszubauen, aber eben nur „fast“…

 

Zum Lachen oder zum Weinen ? 😉


 

„Fast-Food“ neu definiert (Frankreich Spezial)

Fast Food FrankreichWie wĂ€re es mit einem kleinen Stopp bei Mc Donalds & Co, das habe ich schon lange nicht mehr gemacht 🙂 . Also auf geht’s zum nĂ€chsten „Schnellrestaurant“ um die Ecke. Endlich mal wieder einen leckeren Rindfleischburger…(sorry an alle Vegetarier und ja „lecker“ ist relativ). Es gibt keine anderen Kunden an der Kasse. Gut denke ich mir, dann wird das schnell gehen diesmal. Im Hintergrund sind mindestens 5 Mitarbeiter zu sehen die gemĂ€chlich ihren AktivitĂ€ten nachgehen, oder einfach nur diskutieren. Ich werde nicht beachtet… Nach einer Weile entschließe ich mich dazu auf mich aufmerksam zu machen: „Bonjour, ich wĂŒrde gerne etwas bestellen“. Ein Mitarbeiter schaut mich etwas genervt an und sagt: „Ja klar, nur die zustĂ€ndige Person fĂŒr die Kasse ist beschĂ€ftigt und gerade nicht da“. Gut, immer ruhig bleiben (und das klappt mittlerweile ganz gut 🙂 )… Nach ein paar Minuten kommt dann endlich die „zustĂ€ndige Person“ und informiert mich, dass ich an den neuen Touchscreen-Terminals bestellen soll. Ok, nur kann man dort nicht bar bezahlen stelle ich dann fest. Also komme ich zurĂŒck zur Kasse um zu bezahlen (warum einfach wenns auch…). Aber der Mitarbeiter kĂŒmmert sich in diesem Moment schon um andere Kunden am Drive-Schalter. Mehrere Kollegen stehen einfach nur herum und scheinen nicht viel zu tun zu haben, aber ich habe das verstanden mit dem „ZustĂ€ndigkeitsbereich“, also weiter geht die Warterunde. Nach scheinbar unendlichen Minuten kĂŒmmert sich der Mitarbeiter endlich um meine Bestellung und ich bezahle. Jetzt bloss jegliche Bemerkung verkneifen (um endlich an meinen Burger heranzukommen) – auch wenn die Bestellung bereits ĂŒber 15 Minuten gedauert hat, in einem fast leeren „Schnell“- Restaurant. Ein paar weitere Minuten folgen bis das Tablett dann endlich vor mir steht mit meinem heiß ersehnten Rindfleischburger! Draußen scheint die Sonne, also raus auf die Terrasse… Als ich die Burger-Verpackung aufmache stockt mir der Atem: Vor mir steht ein Fischburger.


 

5 Zentimeter Schnee und NICHTS geht mehr! Keep calm and carry on…

Der Wecker klingelt und ein Blick aus dem Fenster erfreut jedes Kinderherz: Es hat tatsĂ€chlich ein klein wenig geschneit 🙂 …etwa 5 cm schĂ€tzungsweise. Die sonst so ĂŒberlaufende Zughaltestelle gegenĂŒber sieht verdĂ€chtig leer aus heute Morgen. Die wenigen Autos fahren im Schritttempo, auch wenn die Straße schon lĂ€ngst wieder frei vom Schnee ist. Schnell wird klar, heute ist einer dieser Tage, wo man lieber gleich im Bett bleiben sollte. Angekommen an der Haltestelle erklingen auch schon die Durchsagen: „Achtung, aufgrund der schlechten Wetterbedingungen ist heute mit ZugausfĂ€llen zu rechnen…“. Man versucht wie immer verstĂ€ndnisvoll zu bleiben… und in der Tat, der Zug kommt einfach nicht. Keine weiteren Informationen und die Leute stehen im Kalten, mal wieder… ZurĂŒck in der Wohnung schalte ich den Fernsehr ein und viele Sender zeigen Bilder von Paris im völlig gelĂ€hmten Zustand: Busse und Bahnen fahren nicht mehr, Schulen geschlossen und sogar der Eiffelturm ist zu… wegen 5 cm Schnee… Meine Nachbarn versuchen zu erklĂ€ren, dass das völlig normal sei und fragen verwundert warum ich denn so aufgeregt sei… ein perfektes Beispiel „französischer Gelassenheit“… keep calm and carry on, oui oui… 😉


 

To Be Continued… 🙂