Champagner Gläser

Sekt oder Champagner – der Unterschied in 3 Etappen

Beide prickeln, haben in etwa die gleiche Farbe und werden kalt serviert… Sekt und Champagner sind ähnlich und doch nicht das Gleiche. Der feine Unterschied liegt bei der Traubenauswahl, der Zusammensetzung und der Herstellungsmethode, was geschmacklich den Unterschied ausmacht. Sekt oder luxuriöser Schaumwein? Ist die Abgrenzung berechtigt? Was bedeutet eigentlich „Méthode Champenoise“? Wir klären auf.  

Attention, Attention! Sekt ist nicht Champagner!

Wer vor einem Franzosen Champagner und Sekt auf die gleiche Stufe stellt, hat sich gleich einmal unbeliebt gemacht, denn bei manchen Themen sind unsere Nachbarn etwas sensibel. In der Tat wird Sekt zum Teil als industrielles Produkt gehandhabt und in großen Mengen hergestellt (Supermarkt-Sekt). Dadurch gibt es natürlich Qualitätsunterschiede. Der Vorteil dieser Produktionsmethode und der sogenannten „Großraumgärung“ ist das einheitliche Ergebnis, welches erreicht werden kann. Hierbei findet der Gärprozess und die Bindung des Kohlendioxids im Wein in großen Gärbehältern statt, vor allem aus Gründen der Kostenersparnis. Die Flaschenabfüllung erfolgt erst ganz am Ende des Herstellprozesses.

Sektherstellung: Transvasierverfahren und das traditionelle Verfahren

WeintraubenDas Transvasierverfahren ist eine weitere Methode, wobei zunächst in der Flasche vergoren wird, um anschließend mit Hilfe eines Filters die notwendige Enthefung durchzuführen. Dabei wird die Filtration in einem großen Tank durchgeführt und nicht etwa manuell wie bei der traditionellen Methode.  Der durch das Transvasierverfahren produzierte Sekt kann die Bezeichnung „Flaschengärung“ tragen. Das traditionelle Verfahren wiederum unterscheidet sich dadurch, dass die Gärung komplett in der Flasche stattfindet. Jede Flasche wird während des Gärprozesses „hand-gerüttelt“ oder maschinell gedreht und längere Zeit in einer Position gehalten, bis sich die Hefe komplett als Depot im Flaschenhals abgesetzt hat. Das „Degorgieren“ ist die aufwendigste Partie des Prozesses, bei der der Hefe-Pfropfen vorsichtig entfernt wird, ohne dass der wertvolle Schaumwein entweicht. Mehr Infos zur Sektherstellung gibt es auch HIER.

Sekt und die „Méthode Champenoise“

Das traditionelle Verfahren bei der Sektherstellung ähnelt der Méthode Champenoise (Herstellungsprozess in der Champagne-Region Frankreichs), was jeder Winzer in der Champagne jedoch lauthals dementieren würde. Oui d‘accord, die traditionelle Methode „Champenoise“ ist natürlich einzigartig, besonders deswegen weil viele Verfahrensschritte beachtet werden müssen und die Weinbereitungs-Methode äußerst rigoros ist.

Champagner kontrollierte Ursprungsbezeichnung

Die 3 Etappen der Méthode Champenoise (Champagner-Methode):

#1 Die Herstellung des Grundweins

Die Weinernte erfolgt per Hand und es ist generell verboten diese mit Maschinen durchzuführen! Nur die reifen Trauben werden sorgfältig ausgesucht und dann vorsichtig zur Produktionsstätte transportiert, ohne dass sie zerdrückt werden. Mit speziellen Traubenpressen werden die Trauben dann schnell durchgepresst, damit es nicht zur Verfärbung des Saftes kommt. Bei ca. 150 kg Lese erhält man etwa 100 Liter Saft. Der Weinmost wird systematisch getrennt, da die Qualität des Saftes unterschiedlich ist am Anfang des Pressvorgangs und am Ende. Die erste Fermentation erfolgt in Tanks bei einer bestimmten Temperatur. Weitere Schritte können erfolgen, um den Grundwein zu verfeinern. Der Aufwand ist um einiges grösser als bei der traditionellen Sekt-Herstellung.

#2 Die Zusammensetzung der „Cuvées“

Der „Maître de chai“ (Kellermeister) entscheidet über die individuelle Zusammensetzung der Weine (Rebsorten-Anteile, Kombination mit vorherigen Jahrgängen). Es handelt sich um eine sehr wichtige Etappe der Herstellung des edlen Schaumweines und der Kellermeister entwickelt dabei einen großen Teil des Champagner-Charakters.

#3 Tirage und zweite Flaschengärung

Sobald der Jahrgang bereit ist wird der Wein filtriert und der zweite Fermentierungs-Prozess wird eingeleitet. Vor dem Abfüllen wird der Tirage-Likör oder auch Zucker hinzugefügt, um durch Raktion mit der Hefe den richtigen Flaschendruck herzustellen (die Regelung der « methode champenoise » setzt mindestens 5 Bar voraus beim Verkauf). Die bekannte „Perlage“ (feine Perlen) die dabei entsteht, ist generell ausgeprägter als beim Sekt und unterstreicht die Exklusivität des Champagners.

Auch die Lagerung der Flaschen ist speziell beim Champagner und so muss mindestens 15 Monate gewartet werden zwischen Tirage und Verkauf. Bei besten Jahrgängen (Champagne Millésimé) wird der besondere Tropfen sogar noch länger im Keller gelagert.

Die Grundgeschmacksrichtungen für Sekt und Champagner

  • Extra Brut (Extra brut)
  • Brut (Brut)
  • Extra Trocken (Extra dry)
  • Trocken (Sec)
  • Halbtrocken (Demi-sec)
  • Mild (Doux)

Die endgültigen Resultate sind geschmacklich nicht immer wie erwartet, so kann es sein, dass ein eigentlich als trocken bezeichneter Champagner sich doch eher als süßlich herausstellt. Es wird generell empfohlen vor dem Kauf immer erst ein Glas zu probieren, um geschmacklich auch wirklich die richtige Wahl zu treffen. Das ist gar nicht so einfach bei mehreren hundert Champagner-Häusern und Kooperativen mit ganz individuellen Noten.

„Degustationen“ werden in Frankreich bei jeder noch so kleinen Champagner-Kellerei angeboten. Warum also nicht die nächste Frankreich-Reise mit einem Stopp in der Champagne-Region verbinden? 😉

Die Champagne entdecken ⇒ hier geht’s zum Artikel: Reims und die Region Champagne-Ardenne

 

Video auf Französisch, aber die Bilder sprechen für sich 🙂

Video-Quelle: https://www.champagne.fr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Informationen sind notwendig, um einen Kommentar abzugeben. Deine Daten werden keinesfalls weitergegeben.