Leben in Frankreich : Wie familienfreundlich ist das Land wirklich?

Familie mit Kind

Wer schon einmal in Frankreich im Urlaub war, dem ist bestimmt aufgefallen, dass Kinder fast überall gerne willkommen sind. Ob Campingplatz oder Urlaubsressort, man trifft dort so gut wie immer auf zahlreiche Familien die bewusst ihren Urlaub im Heimatland verbringen, um von den zahlreichen familiengerechten Angeboten zu profitieren. Auch im französischen Alltag stellt man fest, dass Familie und Kinder eigentlich immer im Mittelpunkt stehen. Doch wie ist es nun genau im täglichen Leben, wie familienfreundlich ist Frankreich wirklich?

 

Frankreich – das sogennante Familienland – doch die Geburtenrate sinkt…

Foto BabyDie Zahlen bestätigen die Tendenz der letzten Jahre, auch in 2017 ist die Geburtenrate in Frankreich gesunken und fällt demnach auf 1,93. 767 000 Babys wurden demnach 2017 geboren, 17 000 weniger als in 2016. Im Durchschnitt bekommen Französinnen im Alter von 30 Jahren ihr erstes Kind und sind damit etwas älter als noch vor einigen Jahren (lt. stat. Bundesamt INSEE). Dennoch zählt das Land zu einem der geburtenfreudigsten Ländern in Europa und die Familie bleibt im Mittelpunkt allen Geschehens. Das wird sich auch in der Zukunft sehr wahrscheinlich nicht so schnell ändern.

Nach der Geburt zurück ins Arbeitsleben finden – eine Herausforderung auch in Frankreich, aber es gibt Lösungen!

Wer mit Anfang dreißig ein Baby bekommt steht vor wichtigen Entscheidungen auch was den Karriereweg angeht. Viele Frauen in Frankreich schalten nach der Geburt ihres Kindes einen Gang herunter, was das Arbeitsleben angeht. Oft zeigen sich Unternehmen verhandlungsbereit und ein Abkommen, wie etwa eine Teilzeitstelle, oder gar ein anderer Posten, kann als Lösung alle Beteiligten zufriedenstellen. Bleibt schließlich die Wahl zwischen Nounou (Tagesmutter), Kindergrippe oder Au-pair Mädchen. Häufig gibt es auch hier längere Wartelisten und es sollte rechtzeitig ein Platz vor allem in Kindergrippen beantragt werden.

Wer keine Zeit verlieren möchte mit der Suche nach einer geeigneten Tagesmutter, kann mittlerweile zahlreiche Serviceagenturen in Anspruch nehmen (z.B.: https://www.nounou-top.fr/), welche sich um eine Vorauswahl kümmern und damit einen großen Teil der Arbeit abnehmen. Die passende Vertrauensperson kann damit ganz entspannt gefunden werden. Generell hat man das Gefühl, dass sich Familien in Frankreich nicht so sehr im Vorfeld mit allen möglichen Fragestellungen verrückt machen. Die Dinge regeln sich ganz natürlich und Schritt für Schritt. Vielleicht ist es das, was wir Deutsche uns etwas abschauen könnten 🙂 .

Hurra! Mittwoch ist Kindertag! Grundschulen und Kindergärten bleiben geschlossen

Im französischen Alltag wird wie überall häufig jongliert zwischen Arbeit und Kindern, dabei wird jedes Familienmitglied mit eingespannt. Oftmals teilen sich Eltern den täglichen Arbeitsaufwand rund um die Kinder (z.B. der Vater bringt die Kinder in die Schule und diese werden abends von der Mutter wieder abgeholt), aber auch die Mithilfe von Geschwistern ist Normalität. Der wöchentliche Kalender ist häufig gut ausgefüllt und lässt wenig Zeit um gemeinsam Zeit zu verbringen.

Glücklicherweise ist es in Frankreich üblich, dass mittwochs Grundschulen und Kindergärten – nachmittags oder ganztags – geschlossen bleiben und sich Eltern (vorwiegend Mütter) frei nehmen, um den Nachmittag mit ihren Liebsten zu verbringen. So gibt es zahlreiche außerschulische Aktivitäten, die an diesem Tag angeboten werden: z.B. Lesestunden in Bibliotheken oder kreative Aktivitäten in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen. Viele Familien gehen mittwochs auch ins Kino, Schwimmbad, oder anderen sportlichen Aktivitäten nach. Jedenfalls mangelt es nicht an Möglichkeiten, um mitten in der Woche ein paar kostbare Stunden mit der Familie zu verbringen.

Endlich Wochenende und die ganze Familie profitiert!

Familie happyWie überall ist es auch für französische Familien am Wochenende nicht immer eine leichte Aufgabe alles unter einen Hut zu bringen. Was unter der Woche liegen geblieben ist, muss dann nachgeholt werden: Einkaufen, Hausarbeiten, etc. Dabei sollte natürlich noch genug Zeit übrig bleiben um sich zu entspannen und um Spaß zu haben mit Familie und Freunden. Wer Lust hat etwas zu unternehmen und seine Kinder sinnvoll zu beschäftigen, hat zahlreiche Möglichkeiten und Anlaufstellen. Anfang jeden neuen Schuljahres (frz. „la rentrée“) bieten beinahe alle Städte ein „weekend découverte“ (Entdeckungs-Wochenende) an, wo diverse Vereine und Sportverbände ihre Angebote präsentieren. Von Kindertheater, über Vorlesestunden, oder anderen kreativen sowie sportlichen Betätigungen, gibt es hier einiges zu entdecken. Und auch spontan gibt es immer etwas zu tun am Wochenende für Groß und Klein. Jede noch so kleine Stadt hat mittlerweile einen Webauftritt, wo über aktuelle Aktivitäten und Veranstaltungen informiert wird. Dabei wird so gut wie immer Wert darauf gelegt, dass die Kleinsten nicht zu kurz kommen. Zudem gibt es zahlreiche kostenlose oder vergünstigte Angebote für Familien, wie z.B. Museumsbesuche. Damit haben auch Familien mit weniger Mitteln die Möglichkeit regelmässig an kulturellen Freizeitangeboten teilzunehmen.

Im Restaurant sind Familien mit Kindern gern gesehene Gäste!

Beispiel Kindermenü Restaurantkette

Eine generell kinderfreundliche Einstellung merkt man zum Beispiel auch wenn man in Frankreich ins Restaurant essen geht. Familien mit Kindern sind gern gesehene Gäste und werden sehr selten als störend empfunden. So gibt es in fast jedem Restaurant Kinderstühle, Spiel-Ecken und es werden immer günstige Kindermenüs angeboten (und nicht nur bei Mc Donald’s 😉 ). Bei https://www.familinparis.fr werden einige der besonders kinderfreundlichen Restaurants in Paris vorgestellt: Kinder sind hier Könige!

Es gäbe noch sehr viel mehr zu erzählen über das Familienland Frankreich. Natürlich ist nicht alles rosig, doch persönlich würde ich Frankreich sofort das Label „familienfreundliches Land“ verleihen. Auf jeden Fall merkt man, dass das Familienleben in Frankreich nicht nur im Mittelpunkt allen Geschehens steht, sondern einfach das Wichtigste ist für die Franzosen.

 

Hier geht’s zum nächsten Artikel: Fast-Food & Co. – Die Revolution der französischen Esskultur!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Informationen sind notwendig, um einen Kommentar abzugeben. Deine Daten werden keinesfalls weitergegeben.